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Orgel der Friedenskirche

Abbildung: Friedenskirche Duisburg-Hamborn - Eule-Orgel - Orgelempore




Orgelgeschichte



Im Einweihungsjahr 1897 bekam die Friedenskirche auch ihre erste Orgel. Sie wurde von der berühmten Orgelbaufirma Wilhelm Sauer, Frankfurt/Oder gebaut und hatte 22 Register, verteilt auf zwei Manuale und Pedal. Wie damals üblich, wurde die Verbindung zwischen Taste und Pfeifenventil durch kleine Bleiröhrchen, durch die Luft gepreßt wurde, hergestellt. Diese "pneumatische Traktur" war sehr leichtgängig und schien völlig wartungsfrei zu sein, da keine mechanischen Verbindungen und Wellen abbrechen konnten. Der Orgelspieltisch befand sich seitlich am Gehäuse. Altar, Kanzel und Orgel waren vom Architekten als eine optische Einheit konzipiert worden.


Abbildung: Friedenskirche Duisburg-Hamborn - Sauer Orgel

Orgelneubau


Die Sauer-Orgel hatte beide Weltkriege unbeschadet überstanden, wenn auch im Ersten Weltkrieg die hochwertigen Zinnpfeifen des Prospektes (der Schauseite der Orgel) abgeliefert und durch Zinkpfeifen ersetzt wurden. Doch dann berichtet Kantor Grapentin über den Zustand des Instrumentes (1953):

"....deshalb gebrauche ich zur Zeit nur 6 Register.... Der Weg von der Taste zur Pfeife dauert bei unserer Orgel unnatürlich lange... hier bietet sich nun das elektrische System an, welches mit Hilfe von Relais und Magneten die Pfeife zum klingen bringt...."


Abbildung: Friedenskirche Duisburg-Hamborn - Eule Orgel


Das Presbyterium beschloß den Umbau, der Spieltisch wurde auf die rechte Seitenempore versetzt und der grundtönig-romantische Klang der Orgel nach "neubarockem" Geschmack aufgehellt. Schon bald danach stellten sich jedoch immer häufiger technische Mängel ein. So entschloß sich das Presbyterium 1963 zu einem völligen Orgelneubau. Die neue Orgel, deren "Werkaufbau" schon optisch erkennbar sein sollte, wurde auf der westlichen Empore, im Rücken der Gemeinde, aufgestellt.


Abbildung: Friedenskirche Duisburg-Hamborn - Eule Orgel - Windlade

Eule Orgel


Die Firma Eule aus Bautzen in der damaligen DDR bekam den Auftrag zum Bau des Orgelwerkes. Am Erntedanksonntag 1974 erklang das 22registrige Instrument zum ersten Mal im Gottesdienst, gespielt von Kantor Ludwig Richter, der auch die Disposition (Auswahl der Register) entworfen hatte. Mit dem Dienstantritt von Kantor Witt näherte sich der 20. Jahrestag der Erbauung der Friedenskirchen - Orgel. Die großzügige Spende eines Gemeindemitgliedes ermöglichte den Einbau eines Trompetenregisters im Hauptwerk. Während einer umfassenden Generalreinigung wurde die Orgel dann unter der Aufsicht von Kantor Witt einer gründlichen Nach- bzw. Neuintonation versehen. Das Ergebnis war ein runderer, ausgewogen-grundtöniger Klang.


Abbildung: Friedenskirche Duisburg-Hamborn - Eule Orgel - Spieltisch


Somit steht die Orgel der Friedenskirche nun gleichberechtigt neben den großen Orgelbauten unserer Gegend. Sie dient der Gemeinde im Gottesdienst, leitet sie zum Singen und Meditieren an und versinnbildlicht in eindrucksvoller Weise das Wesen der christlichen Gemeinde: Jede der einzelnen Pfeifen ist zwar schon ein kleines Kunstwerk in sich, doch einzeln wirkt sie kaum. Ihr Ton kann schnell ermüden. Erst im Zusammenspiel mit anderen kommt sie zu Harmonie und klanglicher Vielfalt. Sie wird so zu einem unverzichtbaren Teil eines ganzen, wohlkonzipierten Meisterwerks.

Eine kleine Hörprobe:

Johann Sebastian Bach - Wachet auf, ruft uns die Stimme, BWV 645


Abbildung: Friedenskirche Duisburg-Hamborn - Eule Orgel - Spieltisch




Hörprobe:




Orgeldisposition




Ja dieses vielstimmige liebliche Werck
begreift alles das in sich/
was etwa in der Music erdacht und komponiret
werden kan/ und gibt so einen rechten
natürlichen Klang, Laut und Thon von sich/
nicht anders als ein ganzer Chor
voller Musicanten, da mancherley Melodeyen/
von junger Knaben und großer Männer Stimmen gehöret
werden. In summa die Orgel hat und
begreifft alle anderen Instrumenta musica,
groß und klein/ wie die Namen haben mögen/
alleine in sich.

Michael Praetorius, 1619